Kaiserslautern, 14.06.2026 – Wir als Bündnis Kaiserslautern gegen Rechts kritisieren die Entscheidung des SWR, den AfD-Funktionär Sebastian Münzenmaier zu einer Diskussionsveranstaltung über die Zukunft Kaiserslauterns einzuladen.

Bei der Veranstaltung „Lauterns (Wieder-)Aufstieg – wie gelingt der Stadt die Wende?“ am 17. Juni im SWR PopUp Studio soll Münzenmaier gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Mieves über die Entwicklung der Stadt diskutieren.

Grundsätzlich begrüßen wir das SWR PopUp Studio und die zahlreichen Veranstaltungen, die bis zum 27. Juni Raum für Austausch und Diskussion in der Lauterer Innenstadt schaffen. Umso unverständlicher ist für uns die Entscheidung, einem der einflussreichsten AfD-Funktionäre in Rheinland-Pfalz bei einer Veranstaltung über die Zukunft Kaiserslauterns eine prominente Bühne zu bieten.

Sebastian Münzenmaier ist nicht lediglich Bundestagsabgeordneter der AfD. Als stellvertretender Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion und der AfD Rheinland-Pfalz gehört er zu den prägenden Figuren seiner Partei. Er gilt als wichtiger Akteur des rechten Parteiflügels und verfügt über ein weitreichendes Netzwerk innerhalb der AfD.

2018 wurde Münzenmaier wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verurteilt. Zudem wird er regelmäßig mit Akteuren des extrem rechten Vorfelds der AfD in Verbindung gebracht. Er gilt als der vom Verfassungsschutz beobachteten Burschenschaft „Germania Halle zu Mainz“ nahestehend, die seit Jahren wegen ihrer Verbindungen in extrem rechte Netzwerke in der Kritik steht.

Für uns stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Münzenmaier als Gesprächspartner für eine Diskussion über die Zukunft Kaiserslauterns ausgewählt wurde. Zwar vertritt er die AfD im Bundestag, ein besonderer Bezug zur Stadt ist jedoch nicht erkennbar. Gerade deshalb erscheint seine hervorgehobene Rolle bei einer Veranstaltung zu den aktuellen Herausforderungen Kaiserslauterns kaum nachvollziehbar.

Der SWR begründet die Einladung damit, die politischen Kräfteverhältnisse vor Ort abbilden zu wollen. Diese Argumentation überzeugt uns nicht.
Journalistische Verantwortung sollte mehr bedeuten, als lediglich parlamentarische Mehrheiten abzubilden.
Öffentlich-rechtliche Medien entscheiden mit darüber, welche politischen Akteure Sichtbarkeit erhalten und welche Positionen gesellschaftlich als selbstverständlich wahrgenommen werden.

Unsere Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen die journalistische Auseinandersetzung mit der AfD. Problematisch ist vielmehr die Inszenierung eines führenden AfD-Funktionärs als selbstverständlichen Gesprächspartner bei einer Veranstaltung über die Zukunft unserer Stadt. Damit wird ein weiterer Beitrag zur Normalisierung einer Partei geleistet, die immer wieder durch demokratiefeindliche, menschenfeindliche und ausgrenzende Positionen auffällt.

Die Hoffnung, Vertreter der AfD in solchen Formaten allein durch Diskussion und Gegenargumente „inhaltlich stellen“ zu können, greift aus unserer Sicht zu kurz. Die politische Strategie der Partei basiert seit Jahren wesentlich auf Provokation, Polarisierung und der Verschiebung öffentlicher Debatten. Aufmerksamkeit und öffentliche Sichtbarkeit sind dabei häufig wichtiger als die konkrete Diskussion selbst.

Deshalb muss nicht nur gefragt werden, wie mit der AfD diskutiert wird. Ebenso wichtig ist die Frage, warum ihr immer wieder neue Plattformen geboten werden und welche Auswirkungen dies auf die öffentliche Debatte hat.

Wenig sensibel erscheint uns zudem die Programmgestaltung des 17. Juni: Während tagsüber im Rahmen des Formats „SWR Migratöchter“ über Migration, gesellschaftliche Teilhabe und Zukunftsperspektiven gesprochen wird, erhält am Abend ein führender AfD-Funktionär eine prominente Bühne.

Wir fordern den SWR auf, die Entscheidung zur Besetzung der Veranstaltung kritisch zu prüfen. Der AfD und insbesondere Münzenmaier eine Bühne zu bieten, trägt zur Stärkung undemokratischer Positionen bei.

Dem SWR haben bereits zahlreiche Menschen ihre Kritik an der Veranstaltung mitgeteilt.
Wir begrüßen es, wenn weitere Bürgerinnen und Bürger ihre Sichtweise gegenüber dem Sender deutlich machen.

Für die Veranstaltung am 17. Juni steht eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung.
Wir werden beobachten, wie die Diskussion verläuft.

Kaiserslautern gegen Rechts